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Tradition

von Richard

Der Verein Deutscher Studenten zu Freiburg ist hinsichtlich seiner Mitgliedschaft eine klassische Studentenverbindung. Dies bedeutet vor allem, dass sich unsere Mitgliedschaft in drei Stufen teilt: Die Probemitglieder (genannt „Füxe“), die Vollmitglieder (genannt „Burschen“) und die ehemaligen Studenten (genannt „Alte Herren“). Während der Fux zunächst in den ersten zwei Semestern seiner Mitgliedschaft in die Verbindung hineinschnuppern kann, übernehmen die Burschen die volle Verantwortung für die Organisation und Planung des Semesters und die Aktivitäten der Verbindung. Dabei werden sie von den Alten Herren finanziell unterstützt und beraten. Die Mitgliedschaft in der Verbindung ist stets freiwillig und hält ein Leben lang.

Alle Entscheidungen werden auf unseren basisdemokratisch organisierten Mitgliederversammlungen, den sogenannten Conventen getroffen. Davon gibt es mehrere im Semester und diese befassen sich mit allen Angelegenheiten der Verbindung – sei es mit dem nächsten Vortragsthema, einer anstehenden Fahrt nach Österreich, der kommenden Prüfungsphase an der Universität oder der Befüllung des Getränkekellers.


Tradition ist nicht das Aufbewahren der Asche, sondern die Weitergabe der Streichhölzer.

Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne
TV-Rechtsmediziner in „Satisfaktion“

Entgegen der landläufigen Meinung sind Studentenverbindungen keine verschwörerischen Geheimbünde und pflegen im Gegensatz zum amerikanischen Pendant der „Fraternities and Sorrorities“, bekannt aus den typischen Hollywood-Campuskomödien, grundsätzlich keine erniedrigenden Aufnahmerituale. Auch gibt es keine spezifischen Seilschaften, die ein persönliches Fortkommen unabhängig von fachlicher Qualifikation und persönlicher Eignung im späteren Leben sichern würden.

Als studentische Korporation werden wir durch unsere jungen und idealistischen Mitglieder geprägt. Bei uns finden sie die Möglichkeit, sich selbst in einem freundschaftlich verbundenen Kreis weiterzubilden, studentisches Brauchtum zu pflegen, Freundschaften für das Leben zu knüpfen und für seine Überzeugungen wie auch für Andere in Wort und Tat einzutreten. Selbstsucht, persönliches Profitstreben, Verantwortungslosigkeit und Zweckinteresse finden bei uns keinen Platz.

Brauchtum und Symbolik

Studentische Verbindungen gibt es in der heutigen Form seit über 200 Jahren. Dadurch haben sich bestimmte traditionelle Veranstaltungen herausgebildet, deren Ablauf und Rituale eine Brücke über die vielen Generationen schlagen, die sich in einer Verbindung begegnen. Wir behalten dieses studentische Brauchtum in Form von Kneipen und Kommersen, der Pflege von klassischen studentischen Umgangsformen und studentischem Liedgut sowie dem Austausch mit anderen Studentenverbindungen bei. Das studentische Fechten war in der heute praktizierten Form der Bestimmungsmensur nie Teil der Tradition der Vereine Deutscher Studenten.

Chargierte (Vorstandmitglieder) des VDSt Freiburg anlässlich einer traditionellen Veranstaltung

Genauso wie jedes Unternehmen sein eigenes Logo, jedes Adelsgeschlecht sein eigenes Wappen und jeder alte Verein seine eigenen Farben und Fahnen hat, hat (fast) jede Studentenverbindung einen eigenen Zirkel (Schriftzug), ein eigenes Wappen und eigene Farben, welche auf vielen Gegenständen als Erkennungszeichen angebracht sind. Bei uns sind dies die Farben schwarz-weiß-rot.

Der Zirkel

Der sogenannte Zirkel ist das Erkennungszeichen einer Studentenverbindung. Er enthält meist die Anfangsbuchstaben der Studentenverbindung und/oder ihres Wahlspruchs in verschlungener monogrammartiger Form. Bei uns finden sich bei genauem Hinschauen sowohl ein V D S t als auch ein F für Freiburg.

Der Zirkel

Unsere Farben


Unsere Farben sind die Farben des Deutschen Kaiserreichs. Als 1881 die ersten Vereine Deutscher Studenten gegründet wurden, wählte man aus Verbundenheit und aus Begeisterung die Farben der neu entstandenen deutschen Nation. Als 1919 das Deutsche Reich die Nationalfarben zu schwarz-rot-gold änderte, sah der Verband der Vereine Deutscher Studenten darin keinen Grund, die eigenen Verbindungsfarben zu ändern. Wollte man damals noch ein politisches Statement abgeben, so ist die Beibehaltung der Farben trotz Gründung der Bundesrepublik 1949 explizit nicht als ein solches zu verstehen. Die Farben der Vereine Deutscher Studenten sind historisch bedingt und haben heute keine politische Bedeutung mehr. Mit großem Unmut nehmen wir die Vereinnahmung der Farben schwarz-weiß-rot durch Extremisten der radikalen Rechten war. Der Verein Deutscher Studenten ist demokratisch in seiner Organisation und seinen Zielen. Wir stehen fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und fordern dies auch von unseren Mitgliedern.

Unsere Farben

Ziele

Im Bewusstsein seiner geschichtlichen Verantwortung und von dem Willen beseelt, mit Gott für Volk und Vaterland zu wirken, gibt sich der Verein Deutscher Studenten Freiburg folgende Statuten: […]

Artikel 4
(1) Der VDSt Freiburg ist eine akademische Verbindung (Korporation).

(2) Grundlage unserer Korporation ist ein Freundschafts- und Lebensbund, der sich auf die Bundesbrüderlichkeit gründet. Bundesbrüderlichkeit ist vor allem gegenseitige Achtung, gegenseitiges Vertrauen, gegenseitige Toleranz und die Bereitschaft, aktiv für den Bundesbruder und die Gemeinschaft einzutreten.

(3) Der VDSt Freiburg stellt sich zur Aufgabe, seinen Mitgliedern politische Kenntnisse zu vermitteln, die persönliche Einsatzbereitschaft zu fördern und kritisches Bewusstsein zu wecken. In Verantwortung vor Gott sollen seine Mitglieder in Staat und Gesellschaft eintreten füra) eine demokratische Grundordnung, für Recht und Freiheit in allen Bereichen des staatlichen, politischen und gesellschaftlichen Lebens des deutschen Volkes,
b) eine gerechte, um Ausgleich bemühte soziale Ordnung,
c) die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt und die Pflege der deutschen Kultur und Sprache,
d) ein politisch und wirtschaftlich geeintes, freiheitlich-demokratisches Europa gleichberechtigter Völker,
e) die unveräußerlichen und unverletzlichen Menschenrechte sowie die Rechte ethnischer Minderheiten in ihrer angestammten Heimat auf ihre eigenständige Sprache und Kultur, insbesondere für die Verbundenheit mit allen Angehörigen des deutschen Volkes durch politische Unterstützung, kulturelle Förderung, soziale Hilfe und menschliche Begegnung.

(4) Der Bund ist überkonfessionell und parteipolitisch nicht gebunden.

(5) Im politischen Diskurs wird die Meinung der Bundesbrüder toleriert, insofern sie nicht dem Wesen oder den Zielen des VDSt Freiburg oder des VVDSt-KV widerspricht.

(6) Der VDSt Freiburg pflegt und bewahrt das korporationsstudentische Brauchtum.

Prinzipien

Unsere Grundsätze finden Ausdruck in den sieben Prinzipien des Freiburger Bundes und des Verbands der Vereine Deutscher Studenten:

Lebensbundprinzip: Die Mitgliedschaft beginnt mit dem gemeinsamen Studium und endet regelmäßig erst mit dem Tod. Wir halten ein Leben lang zusammen und sind nicht nur ein temporärer Zusammenschluss von Gleichgesinnten. Wir bilden somit, analog zu einer Familie, einen Lebensbund. Allerdings sucht man sich uns, im Gegensatz zur Familie, freiwillig aus.

Politisches Prinzip: Um unsere Mitglieder zu verantwortungsbewussten Staatsbürger zu erziehen, beschäftigen wir uns regelmäßig mit Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht und Staatskunde.

Schwarzes Prinzip: Wir tragen unsere Farben nicht in Band und Mütze, wie es viele andere Studentenverbindungen tun. Dies begründet sich zunächst aus unserer Entstehungsgeschichte als politische Organisation, welche offen für alle Studenten jeglicher Couleur sein sollte. Heutzutage wird die Ablehnung von Band und Mütze damit begründet, dass wir uns nicht von anderen Studenten als elitärer Kreis abgrenzen wollen.

Verbandsprinzip:An jedem Hochschulort existiert in der Regel nur eine Mitgliedskorporation, alle Verbandsmitglieder reden sich mit „Bundesbruder“ an, es gilt verbandsweit der Duz-Comment untereinander (egal ob zwischen Zwanzigjährigen oder zwischen einem Neumitglied und einem Achtzigjährigen Alten Herren) und bei Hochschulwechsel wird ein Aktiver (ein Student) automatisch Mitglied des örtlichen VDSt. Der Verband ist politisch neutral und konfessionell nicht gebunden.

Toleranzprinzip:Das Toleranzprinzip besagt, dass wir alle politischen Meinungen, welche sich mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unseres Staates vereinbaren lassen, tolerieren. Wir grenzen uns jedoch explizit zu allen Erscheinungsformen des politischen Extremismus ab – komme er von „rechts“ oder „links“.

Conventsprinzip: Unsere Gemeinschaft ist demokratisch organisiert. Unser Vorstand wird jedes Semester neu gewählt und alle Entscheidungen obliegen letztlich dem Convent, also der Mitgliederversammlung.

Männerbundsprinzip: Mitglied in einem VDSt können nur männliche Studenten werden. Dies hat nichts damit zu tun, dass wir frauenfeindlich sind. Ganz im Gegenteil! Aber ein enger Lebensbund funktioniert nicht zwischen einer Vielzahl von Männern und Frauen. Viele Korporationen, welche sich für die Mitgliedschaft von Frauen geöffnet haben, sind an den entstandenen Liebschaften und Eifersuchtsdramen zerbrochen, welche sich zwangsläufig entwickeln, wenn Studenten beider Geschlechter über Jahr und Tag zusammen leben, zusammen feiern und zusammen arbeiten. Jedoch sind Damen zu unserer Veranstaltungen herzlich eingeladen.

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