Eingang SemesterberichteWintersemester 2019/2020 Gans und gar

Gans und gar

von Richard

Am 13. November war es wieder soweit. Alte Herren und Aktive trafen sich mit ihren Damen zum gemeinsamen Martinsgansessen. Ob vorab eine wärmende Suppe oder doch ein frischer Feldsalat, zur Gans selbst dürfen dann natürlich weder Knödel noch Rotkraut fehlen. Ein feiner tropfen Rotwein aus dem Kaiserstuhl rundet den Hauptgang ab und hebt die Stimmung. Gerade zu unseren kulinarischen Treffen kommen oft selten gesehene Gäste und nutzen die Gelegenheit, sich mit ihren alten Freunden auszutauschen und im festlichen Rahmen ein paar angenehme Stunden zu verbringen. Auch diesmal war das Essen gut besucht und die Stimmung hervorragend.

Eine schmackhafte Gänsekeule mit Rotkraut und Knödeln

Die Gans erwacht im grauen Forst
Erstaunt in einem Adlerhorst
Sie blickt sich um und denkt betroffen
Mein lieber Schwan, war ich besoffen.

Heinz Erhardt

Die Martinsgans

Doch woher kommt eigentlich der Brauch des Gänseessens am Martinstag? Der Legende nach forderten die Menschen von Tours trotz der Vorbehalte der Geistlichen und auch gegen Martins eigenen Willen, ihn zum Bischof zu weihen. Martin war aber natürlich zu bescheiden und hielt sich des hohen Amtes für unwürdig. Als ihn die Bevölkerung bedrängte, sei Martin deshalb geflüchtet und habe sich in einem Gänsestall versteckt. Doch hatte der gute Mann die Rechnung ohne die Gänse gemacht, die ob des hohen Besuchs sofort aufgeregt zu schnattern begannen und so Martins Aufenthaltsort preisgaben. So wurde Martin zum Bischof von Tours geweiht und die Gänse allesamt als Festbraten verzehrt.

Ein historischer Erklärungsversuch für dieses Brauchtum geht davon aus, dass in Zeiten des Lehnswesens eine am Martinstag fällige Lehnspflicht, eine Abgabe namens Martinsschoß, der Ursprung war.[10] Da diese häufig aus einer Gans bestand, bildete sich die Bezeichnung Martinsgans heraus, und weil der Martinstag traditionell mit einer Kirmes oder einem Tanzmusikabend gefeiert wurde, bot es sich an, die Gans zum Festessen zu machen und an diesem Abend festlich zu verspeisen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Martinstag#Martinsgans

Tradition im Verein Deutscher Studenten zu Freiburg

Bei uns im Freiburger VDSt haben gemeinsame Festessen Tradition. In organisatorischer Kooperation mit der örtlichen Vereinigung unserer Alten Herren lassen wir es uns einmal im Semester bei einem ganz dem leiblichen Wohl gewidmeten Abend schmecken. Im frühen Sommer ist dies regelmäßig ein gemeinsames Spargelessen. Im Winter finden wir uns dann um Martini zum Verdruss regionaler Gänse beim alljährlichen Martinsgansessen zusammen. Die Lokalitäten wechseln, doch die Freude an gutem Essen, interessanten Gesprächen, feinen Weinen und allgemeiner Tischkultur bleibt. Gerade im schnelllebigen Alltag, wo manche nicht einmal die Zeit finden, sich zum Essen überhaupt hinzusetzen; gerade in Zeiten unpersönlichen Massenbetriebs an der Universität, wo manche den persönlichen Tiefgang missen; gerade da versuchen wir anzusetzen. Jahr für Jahr – Gans für Gans. In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal!

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