Politischer Abend

Unser Senior Lorenz Neininger führte in diesem Semester den Politischen Abend außerhalb des Jour fixe als eigene Veranstaltung ein. Beispielhaft möchte ich hier den letzten Politischen Abend herausstellen. Bbr. Neininger wählte als Thema des Abends „Europäische Solidarität“ und hielt eine kurze Ansprache zur Thematik:

„Im vergangenen Jahr wurden Grundlagen der Europäischen Union gravierend verändert – unter anderem mit dem Hinweis, dass die europäische Solidarität dies erfordere. Früher wurde das „No-Bail-Out“ als entscheidende Grenze der europäischen Integration gesehen, heute ist es faktisch abgeschafft. Dies ist ein deutlicher Bruch in der Geschichte der Europäischen Union. Für Deutschland bedeutet dies vor allem eins: Zahlen. Die Garantie fremder Staatsanleihen ist letztendlich eine Transferzahlung. Dies hat nun endgültig dazu geführt, dass die Deutschen „europäische Solidarität“ mit Geldgeschenken an die europäischen Nehmerländer verbinden. Klar, dass das mit einer sehr negativen Sicht der europäischen Einigung einhergeht. Europäische Solidarität kann sich aber auch auf ganz andere Politikfelder erstrecken. So fordern die ostmitteleuropäischen Länder eine gemeinsame Landesverteidigung gegenüber Russland, die südlichen Grenzländer eine gemeinsame Bewältigung der illegalen Einwanderung.“

Zu acht (sechs Aktive, zwei alte Herren) führten wir eine angeregte Diskussion zu den Leitfragen:

  • Müssen die Deutschen zu viel „an Europa“ zahlen?
  • Gibt es gesamteuropäische Belange, in den wir mehr tun können und müssen?

Dabei stellten sich in der aus allen möglichen politischen Richtungen bestehenden Runde schnell Konsens darüber ein, dass die Wege zu den Zielen der europäischen Politik neu gedacht werden müssen, vor allem in Hinblick auf steigende wirtschaftliche Instabilität und die Untergrabung der nationalstaatlichen Souveränität. Auch wenn die Diskussion noch in Einzelgesprächen bis in die Nacht an der Theke geführt wurde, schloß der Senior die konsequent aber freundlich geführte Diskussionsrunde nach 3 Stunden. Besonders die neuen Mitglieder waren sehr angetan von der Möglichkeit, politische und gesellschaftliche Themen im Freundeskreis gezielt zu diskutieren und so die eigene Meinung zu bilden, zu festigen oder zu verändern.

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